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Kein Geld für return

Statt der renommierten Fachstelle für Mediensucht fördert die Stadt Hannover ein neues Beratungsangebot

Für Aufsehen sorgt derzeit die ungleiche Fördermittelvergabe des Sozialausschusses der hannoverschen Stadtregierung für Suchtberatungsstellen, die Angebote für Medienabhängige und ihre Angehörigen bieten. So erhält nach diesem Beschluss nicht die erfahrene Fachstelle return die erstmalig bewilligte Förderung von Anlaufstellen für Internet- und Computersüchtige, sondern eine Suchtberatungsstelle, die bisher keinen fachlichen Schwerpunkt auf die Beratung Mediensüchtiger legte, sondern in der Drogentherapie.

„Seit fünf Jahren engagieren wir uns intensiv, um auf die Problematik der Medienabhängigkeit hinzuweisen und den Betroffenen zu helfen. Unsere langjährige Erfahrung und das hohe Engagement, mit dem wir in unserem kleinen Team Beratungen oft kostenlos durchführen, sollte  auch Unterstützung erfahren“, zeigt sich Eberhard Freitag, Leiter von return, enttäuscht.

Mit über 400 telefonischen und persönlichen Beratungen im Jahr sowie einer Vielzahl von Informationsveranstaltungen betreut return seit fünf Jahren Internet- und Computersüchtige. Dabei arbeitet die Fachstelle in enger Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Bert Theodor de Wildt, Oberarzt an der MHH, bestätigt der Beratungsstelle return exzellente fachliche Qualitäten in der Beratung Medienabhängiger: „ Sie ist meiner Kenntnis nach die einzige Beratungsstelle in Hannover, deren Arbeit auf einer langjährigen spezifischen Erfahrung mit Medienabhängigen und intensiven Zusammenarbeit mit klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen beruht“.

An der fachlichen Qualifikation der Beratungsstelle return ist der Antrag auf Förderung scheinbar nicht gescheitert. Auch formale Gründe, mit denen Mitglieder des Sozialausschusses der HAZ gegenüber den Beschluss begründen, hält der Diplom-Pädagoge Freitag für nicht überzeugend. „Ich habe mit der zuständigen Sachbearbeiterin im  Fachbereich Soziales der Stadt Rücksprache gehalten. Sie hat mir definitiv bestätigt, dass bei unserem Antrag kein Formfehler vorlag“, so Freitag. Es sei wichtig, dass das Thema der Mediensucht größere Aufmerksamkeit erhalte und es weitere Beratungsstellen geben. Warum die Fachstelle return jedoch leer ausging , bleibt unklar.

Bereits am Donnerstag, 9. Februar wird der Sozialausschuss über die Vergabe von Fördergeldern für die Region entscheiden. Die Fachstelle return und deren Träger, das Diakoniewerk Kirchröder Turm hoffen, dass sich die Stadt Hannover doch noch zu einer Förderung ihrer Arbeit  entscheiden.

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