Organigramm
Schneller Weg zu unseren AnsprechpartnernDie wirtschaftliche Situation der diakonischen Altenhilfe Lilienthal ist seit Jahren problematisch. Die Einrichtung gründete deshalb entgegen den kirchenrechtlichen Vorgaben eine Leiharbeitsfirma. Neue Mitarbeitende wurden dort eingestellt und nach dem Tarif des Bundesverbands Zeitarbeit vergütet. Obwohl für alle Mitarbeitenden die besseren Urlaubsregelungen der Diakonie galten und Pflegefachkräfte übertariflich vergütet wurden, wurde damit das Tarifgefüge der Diakonie nicht eingehalten.
Ein eingehender Beratungsprozess mit dem Diakonischen Werk hatte in den letzten beiden Jahren das Ziel, die Altenhilfe Lilienthal wieder in das Tarifgefüge der Diakonie zurückzuführen. Nun hat sich Geschäftsführer Hans Mencke entschlossen, den Bereich der diakonischen Altenhilfe Lilienthal zu privatisieren. Die Prüfung hat ergeben, dass die Lohndifferenz zwischen dem Tarifvertrag der Bundeszeitarbeit und der Diakonie zu hoch ist. Die Leiharbeitsfirma Dia Logistik GmbH soll jetzt aufgelöst werden, ihr Entgeltniveau für die Mitarbeitenden aber beibehalten werden. Die Altenhilfe Lilienthal scheidet damit zugleich aus dem Diakonischen Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers aus.
Jörg Antoine, stellvertretender Direktor des Diakonischen Werkes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. nimmt dazu Stellung: „Die Entscheidung der Lilienthaler Geschäftsführung zeigt, dass man dort nur die Alternative Privatisierung oder Insolvenz gesehen hat. Im Interesse der Bewohner hat man sich gegen die Insolvenz und für die Fortführung der Einrichtung unter Verzicht auf die Mitgliedschaft in der Diakonie entschieden.
Diese bittere Entscheidung zeigt einmal mehr, wie schwierig die Entgeltsituation in der Altenhilfe gegenwärtig ist. Sie wird auf dem Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen. Mitarbeitende in den diakonischen Einrichtungen mit den vergleichsweise hohen Löhnen fair zu entlohnen ist eine enorme Herausforderung. Die Diakonie bemüht sich hier nach Kräften. Doch Herr Mencke sah offenbar keine Möglichkeit mehr, zu den höheren Entgelten der Diakonie zurückzukehren."
Diakonie und Caritas liegen in Niedersachsen mit ihren Löhnen 10 bis 30 % über dem der anderen Wohlfahrtsverbände und den in der Altenhilfe weitgehend tariffreien privaten Trägern. Dieses Lohnniveau entspricht dem des TVöD. Hinzu kommt in der Diakonie in gleicher Höhe wie beim öffentlichen Dienst eine Zusatzversorgung zur Rente.
Das Diakonische Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. hat über 400 Mitglieder, darunter sind 144 Einrichtungen der Altenhilfe mit etwa 11.600 Plätzen.
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